Die Kölner Artothek entdecken.
Mitten in der Altstadt, nur wenige Schritte vom Dom entfernt, befindet sich ein besonderer Ort für zeitgenössische Kunst: die Artothek Köln. Seit 1973 verfolgt sie eine ebenso einfache wie außergewöhnliche Idee: Kunst soll nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden – auch zu Hause. Denn hier können Besucher:innen Werke zeitgenössischer Künstler:innen ausleihen, ähnlich wie Bücher und Medien in einer Bibliothek.
Doch die Artothek ist weit mehr als eine Kunst-Ausleihe. Unter dem Titel „Raum für junge Kunst“ präsentiert sie regelmäßig Ausstellungen mit Arbeiten von Kölner Kunstschaffenden sowie internationalen Gästen. Das Programm reicht von Malerei und Zeichnung über Fotografie und Skulptur bis hin zu Installationen, Videoarbeiten und Performances. Die Ausstellungen bieten bewusst Raum für Experimente und neue künstlerische Positionen.
Ausstellungen
Noch bis zum 20. Juni 2026 ist die Ausstellung „Die Gute Form, es gibt sie nicht“ des Fotografen und Künstlers Arne Schmitt zu sehen. Gezeigt werden Fotografien aus dem Stadtbild von Zürich und Köln, eine Videoarbeit sowie weitere Arbeiten, die sich mit Architektur, Gestaltung und unserem Verhältnis zu Städten beschäftigen. Schmitt verbindet fotografische Beobachtungen des Alltags mit Texten und historischen Bezügen und eröffnet dabei neue Perspektiven auf scheinbar Vertrautes.
Mit sieben Wechselsausstellungen pro Jahr bietet die Artothek ein vielfältiges Programm. Bereits am 01. Juli 2026 findet die nächste Vernissage statt – mit Aquarellen des Künstlers Nikolas Müller.
Führungen und Workshops
Wer die Artothek intensiver kennenlernen möchte, kann individuelle Führungen vereinbaren. Diese eignen sich sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen und bieten die Möglichkeit, mehr über die aktuellen Ausstellungen, die Sammlung und die Geschichte des Hauses zu erfahren.
Darüber hinaus finden regelmäßig Workshops und Vermittlungsangebote statt. Aktuell läuft beispielsweise „Kunst für mich“, ein kostenloses Kunstprojekt für Senior:innen, das einmal monatlich zum gemeinsamen Kunst-Erleben einlädt. Solche Formate zeigen, dass Astrid Bardenheuer, Leiterin der Kölner Artothek und Vorsitzende des Artothekenverbandes Deutschland e.V., Kunst als Anlass für Vermittlung und neue Perspektiven versteht. So können Menschen unterschiedlichen Alters mit Kunst in Kontakt kommen und selber künstlerisch aktiv werden.
Kunst für die eigenen Wände
Das einzigartige Angebot der Artothek besteht darin, dass Kunstwerke ausgeliehen werden können. Der Bestand umfasst rund 1.600 moderne und zeitgenössische Arbeiten – von Druckgrafiken und Fotografien bis hin zu Gemälden und plastischen Werken. So lässt sich ausprobieren, wie ein Kunstwerk im eigenen Wohn- oder Arbeitsumfeld wirkt. Eine ungewöhnliche und niedrigschwellige Möglichkeit, zeitgenössische Kunst ganz persönlich kennenzulernen.
Wer ein Werk ausleiht, begegnet ihm über zehn Wochen zu Hause oder am Arbeitsplatz. Gegen eine Jahresgebühr von fünf Euro und sieben Euro pro Ausleihe – einschließlich Versicherung – können die Arbeiten mitgenommen werden. Die Kunstwerke werden fachgerecht gerahmt und verpackt ausgegeben.
Damit nimmt die Artothek innerhalb der Kölner Kulturlandschaft eine besondere Rolle ein: als Ausstellungsort, Bildungsort und öffentliche Sammlung – sie lädt dazu ein, Kunst auf neue Weise zu erleben.
Artothek Köln Am Hof 50, 50667 Köln
Fotos: Simone Szymanski / Jana Dillo, Text: Simone Szymanski
